SPD Trudering-Riem trauert um ihren langjährigen Stadtrat Helmut Schmid

09. November 2021

Das Wohnquartier an der Felicitas-Füss- und Hugo-Weiß-Straße, die Festwiese an der Wasserburger Landstraße – das Wirken des Truderinger Sozialdemokraten Helmut Schmid ist an vielen Orten im Stadtteil sichtbar. Seinen besonderen Bezug zum Münchner Osten hat der SPD-Stadtrat, der als Fraktionsvorsitzender und DGB-Vorsitzender für München die Geschicke der Landeshauptstadt über Jahrzehnte mitprägte, nie verloren. Nun ist Helmut Schmid im Alter von 76 Jahren gestorben. Er wird vielen fehlen, nicht nur in der SPD.

Der Münchner OB Dieter Reiter nennt ihn in der Süddeutschen Zeitung als „wichtigsten Wegbereiter“ seiner politischen Laufbahn, für die SPD-Bundestagsabgeordnete Claudia Tausend war er „ein väterlicher Freund und Ratgeber“. Auch für den Vizepräsidenten im Bayerischen Landtag und Truderinger Abgeordneten Markus Rinderspacher war Helmut Schmid weitaus mehr als ein politischer Weggefährte. „Er war ein enger Vertrauter und ein besonderer Mensch. Seine Klugheit, seine Bodenständigkeit und sein Humor haben jedes Zusammensein mit ihm interessant und liebenswürdig gemacht.“

Die Karriere des sozialdemokratischen Urgesteins begann in klassischer Tradition mit einer Ausbildung. Der gebürtige Neuhausener, der die meiste Zeit seines Lebens in Trudering wohnte, erlernte zunächst den Beruf des Großhandelskaufmanns. Weiterer Abschluss: Diplomverwaltungswirt. Nach einigen Jahren als Angestellter im Kreisverwaltungsreferat und in der Lokalbaukommission setzte er sich ab 1981 als Geschäftsführer der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) für die Belange der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ein. Ab 1993 war Helmut Schmid DGB-Vorsitzender für München und die Region – ein Amt, das er bis 2009 ausübte.

Für den Münchner Stadtrat kandidierte Helmut Schmid das erste Mal 1984 und behielt sein Mandat insgesamt 36 Jahre, von 1998 bis 2008 als SPD-Fraktionsvorsitzender. „Sein immenser Einsatz für die Münchner Wirtschaftspolitik, das bayrische Brauchtum und das Ehrenamt hat das Zusammenleben in unserer Stadt nachhaltig bereichert“, erinnert sich Rinderspacher. Von 2002 bis 2014 hielt Helmut Schmid als Wiesn-Stadtrat bayerischen Traditionen hoch und vermittelte zwischen Wirten und Schaustellern und der Stadtverwaltung.

Für sein politisches Lebenswerk erhielt er 2017 die Rothemund-Medaille, eine der höchsten Auszeichnungen der Bayern-SPD. „Gewerkschafter mit Herzblut“, titelt die TZ in ihrem Nachruf, die Abendzeitung beschreibt ihn als „Vorzeige-Bayer“. Die Landeshauptstadt München hat den großen Sozialdemokraten, der es verstand, Wirtschaftspolitik mit Arbeitnehmerinteressen in Einklang zu bringen, mit der Ausrichtung eines Ehrenbegräbnisses gewürdigt – und der Bezirk Trudering-Riem bewahrt sein Andenken durch die vielen Orte und Errungenschaften, mit denen Helmut Schmid seine Spuren im Stadtteil hinterlassen hat.

Nicht nur in der Kommunalpolitik hat Helmut Schmid Akzente gesetzt, auch im Truderinger Vereinsleben war er fest verankert. Vor allem der Festring Truderinger Buam e.V., dessen Ehrenmitglied er war, lag ihm besonders am Herzen. Traditionell eröffnete er immer die Truderinger Festwoche und zapfte mit nur wenigen Schlägen das erste Faß Bier an. Auch die legendären Straßenfeste am Moosfeld und das Steckerlfischessen der Trudering-Riemer SPD an Ascherdonnerstag wären ohne ihn nicht zustande gekommen. Trotz seines vielfältigen politischen und gesellschaftlichen Engagements war er stets ein Familienmensch und vor allem in den letzten Jahren immer für Frau und Enkelkinder da. Der SPD-Ortsverein ist ihm dankbar für seine große Lebensleistung, die uns anspornt, in seinem Verständnis für die Sozialdemokratie weiter zu machen. Er wird uns sehr fehlen.

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